Mittwoch, 23. September 2009

Die MLPD

Gerade gestern flatterte die Wahlzeitung der MLPD, der Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschlands, in meinen Briefkasten. Es gibt ja schließlich nicht nur die Linkspartei links, also möchte ich auch mal diese Partei, bzw. ihre Wahlzeitung beäugen:
-In bester judäische Volksfront-Volksfront von Judäa (Monty Python) Manier kritisiert man or allem gerne die "Mit-Linken". Die SPD ist eine Verräterin an der Sache,da sie für ein Miteinander der Klassen fordert. Woran man sieht, dass diese Ideologie, genau wie der Faschismus auf Hass basiert. Ob zwischen Rassen, oder Klassen. Desweiteren ist natürlich auch die Linkspartei eine Verräterin, da sie gemeinsame Sache mit der SPD macht.
-Klassenhass wird, wie bei der Linkspartei, natürlich auch hier geschürt. Man wettert gegen die RAG, die an der Saar 3000 Kumpel in den Vorruhestand schicken will. Das an der Saar, selbst unter extremster Subvention inzwischen kein wirtschaftlicher Bergbau mehr betrieben werden kann und schon ein ganzes Dorf in Grubenbeben massivst beschädigt wurde wird geflissentlich ignoriert.
Ein Weinführer wird als das Musterbeispiel des bösen Ausbeuters dargestellt weil er von Winzern die in seinem Weinführer auftauchen 195 Euro will. Dass das Werbung für den Winzer ist und er somit profitiert wird ignoriert.
-Die DDR zeigt man mal von einer ganz anderen Seite. So ist laut MLPD die DDR nach dem Volksaufstand 1953, wie auch die Sowjetunion kapitalistisch geworden. Faszinierende Erkenntnis. Das wird ausschließlich durch den Luxus der Regierung belegt. Allein das ist schonmal falsch, schließlich sind in allen kapitalistischen Ländern (im Gegensatz zu sozialistischen) die reichsten und wohlhabendsten Leute nie die Regierungsmitglieder. Aber man hat natürlich mit diesem Argument wieder die Chance alle Fehler und Katastrophen des Sozialismus auf irgendetwas anderes abzuwälzen, ansonsten müsste man ja sein eigenes Weltbild überdenken.
-Schließlich und endlich der Klassiker: Die Plakate. Auf einem ist der allgegenwärtige Che zu sehen. Der hat übrigens (genau wie George W. Bush) ein Foltergefängnis auf Kuba geleitet. Der einzige Unterschied ist, dass Che auch persönlich gefoltert hat.
Dann natürlich Marx mit der Unterschrift: "Kapitalismuskritik, das Original!" Schön. Er würde im Grabe rotieren. Schließlich hat Marx schon ausgeschlossen, dass eine Revolution im sozialistischen Sinne in Russland auf Grund der fehlenden Arbeiterschicht unmöglich ist. Lenin hat seinen großen geistigen Vater völlig ignoriert und postuliert, dass sich eine politische Oberschicht bilden muss, die das Volk anführt (auch wenn das es noch nicht will, irgendwann wird es den Sozialismus dann schon mögen). Marxistisch-Leninistisch ist also sowas wie demokratischer Sozialismus. Ein Widerspruch in sich.

Wenn man alle Sozialisten in einen Sack steckt, muss und sollte man nicht draufschlagen, die hauen sich schon gegenseitig die Köpfe ein.

(Der Blog spiegelt ausschließlich meine eigene Meinung wider, ich arbeite nach bestem Wissen und Gewissen, wer Schreibfehler findet darf sie behalten)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Kommentar veröffentlichen